Vereinsgeschichte
Vorgeschichte und Gründung
Sowohl im Buterland als auch im Beckerhook gab es ursprünglich eigeneSchützenvereine. Deren Wurzeln reichen vermutlich bis ins 16. oder 17. Jahrhundert zurück. Der älteste Beleg für das Schützenwesen im Raum Gronau-Epe ist die Catharinen-Bruderschaft, die bereits im Jahr 1616 urkundlich erwähnt wird.
Die Schützenfeste fanden früher in unregelmäßigen Abständen vor derGetreideernte auf den einzelnen Höfen der Bauerschaften statt. Ein Brauchtum, das tief in der bäuerlichen Tradition des Münsterlandesverwurzelt war.
Der heutige Schützenverein Buterland-Beckerhook e.V. wurde im Jahr 1909 durch den Zusammenschluss der beiden eigenständigen Bauerschaftsvereine gegründet.
Der Hofbrand von 1911
Nur zwei Jahre nach der Gründung ereignete sich eine Tragödie, die einen Großteil der frühen Vereinsgeschichte unwiederbringlich vernichtete. Am 28. Mai 1911 brach auf dem Hof von Heinrich Blömer ein verheerender Brand aus, bei dem nahezu alle frühen Akten, Protokolle und eine alte Schützenkette den Flammen zum Opfer fielen. Was heute über die frühe Zeit bekannt ist, stützt sich daher auf mündliche Überlieferungen und wenige gerettete Dokumente.
„De Kuckuck up den Tune satt"
Ein besonderes Zeugnis des früheren Schützenbrauchtums im Buterland ist ein überliefertes plattdeutsches Gedicht aus dem 18./19. Jahrhundert mit dem Titel „De Kuckuck up den Tune satt". Es beschreibt das damalige Schützenfest und nennt bis heute im Vereinsbezirk bekannte Familiennamen wie Lewing, Möllenbuer, Blömer, Tönjann und Doetkotte.
De Kuckuck up den Tune satt,
Et riänkt en Schur
Un he wör natt.
De Kuckuck spret de Flüggel ut
Un flög ton Bouterland herut.
Dor willt se fiern dat Schützenfest,
So't hunnert Jaohr all Bruck is west.
Dat Schüettrohr steht in Mesterskamp,
De is wall diättig Elle lang.
Un bouwen up de Stange satt
De Vougel von 'ne Kenhold Knap.
Un Mondags gönkt an La'n un Scheten,
Men schwor löt sik de Vougel spleten.
Tolest kümp doch 'nen harren Knall . . .
Un Mertens Vaar sprinkt achtern Wall!
He röp: well is de Könnik dann?
Es is Lewink Jan dien Nobermann!
Men Löe, datt was en Jubelfest,
De Dudelsack de spürlt sin best,
Un Lewink Jan namm Müellen Mik
Und göng vörup achtert Musik.
He kumandeert in Ernst un Witz
As in Berlin de alle Fritz.
No'n Ümtog gönkt ant daaßen dann,
De Noberske mit de Nobermann.
Sölwst Blömers Vaar, all tochtig Joahr,
De daaßte noch met Löbbink Moar.
Den "Tus", den "Schotsken" un "Golup"
De Dell entlangs karwup, karwup!
Tojans Dirkherm un Meiers Moor,
De möken dat Honigbeer dann kloar,
Von Branwien kreg men jeder wat,
Men Honigbeer kregen alle satt.
Un Buß Vennolled un Schepers Jan,
Dots Dirkherm un Wilks Mean,
De sorgten för gut Etten un Drinken,
För brodde Mettwöst un koukten Schinken;
Un sowens gaft Speckpannekok
Met -dicken Breh un Honigsrop.
Dann wöt getten, daaßt un jugeiht,
Bis Dingstags mourns de Hahnens kreiht.
So fier w' all Joahr us Schützenfest,
So is bi us Tid Bruk hier west.
Well no us kumt, holt trü et an,
Viert in Pläseer un met Vestand
Uh Schützenfest in't Bouterland!
Frei übersetzt ins Hochdeutsche:
Der Kuckuck auf dem Zaun saß
Es regnete ein Schauer, und er wurde nass.
Der Kuckuck spreizte die Flügel aus
Und flog zum Buterland hinaus.
Dort wollen sie das Schützenfest feiern,
So wie es hundert Jahre schon Brauch gewesen ist.
Das Schießrohr steht im Mesters Kamp,
Der ist wohl dreißig Ellen lang.
Und oben auf der Stange saß
Der Vogel aus Kernholz, schnurgrade.
Und montags ging's ans Laden und Schießen,
Nur schwer ließ sich der Vogel spleißen.
Zuletzt kommt doch ein harter Knall…
Und Mertens Vater springt hinter den Wall!
Er ruft: „Wer ist denn der König?“
„Es ist Lewing Jan, dein Nachbarsmann!“
Aber Leute, das war ein Jubelfest,
Der Dudelsack spielte sein Bestes,
Und Lewing Jan nahm Möllenbeck
Und ging voraus hinter der Musik.
Er kommandierte in Ernst und Witz
Wie in Berlin der alte Fritz.
Nach dem Umzug ging's ans Tanzen dann,
Die Nachbarin mit dem Nachbarn.
Selbst Blömers Vater, schon achtzig Jahr,
Der tanzte noch mit Löbbink Moor.
Den Tusch, den Schottischen und Galopp
Die Diele entlang, karwupp, karwupp!
Tönjans Dirkherm und Meiers Moor,
Die machten das Honigbier dann klar.
Von Branntwein kriegte jeder was,
Doch Honigbier bekamen alle satt.
Und Buß Vennölled und Schepers Jan,
Dots Dirkherm und Wilks Mean,
Die sorgten für gut Essen und Trinken,
Für gebratne Mettwurst und gekochten Schinken;
Und obendrein gab's Speckpfannkuchen
Mit dickem Brei und Honigsirup.
Dann wurde gegessen, getanzt und gejubelt,
Bis Dienstag morgens die Hähne krähten.
So feiern wir all Jahr unser Schützenfest,
So ist bei uns seit jeher Brauch gewesen.
Wer zu uns kommt, halt es treu,
Feiere mit Vergnügen und Verstand
Unser Schützenfest im Buterland!